Wenn Schwierigkeiten und Schmerzen die schönste Nebensache der Welt zur Qual machen

Ein internetbasierter Lösungsansatz für Frauen mit Schmerz-Penetrationsstörung

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Stellen Sie sich vor: Sie wünschen sich, mit ihrem Partner zu schlafen, aber es klappt nicht – Schmerzen, die Unmöglichkeit, den Penis einzuführen, Ängste und Verkrampfungen machen es unmöglich, eine unbeschwerte Sexualität zu leben. In diesen Fällen offen über die eigenen sexuellen Schwierigkeiten zu sprechen fällt meistens schwer, sei es aus Scham- oder Schuldgefühlen oder weil die passende Ansprechpartner*in fehlt. Das liegt auch daran, dass Sexualität im Allgemeinen und sexuelle Schwierigkeiten im Speziellen immer noch zu den Tabuthemen in unserer Gesellschaft gehören. Wenn man sich dennoch überwunden hat und aktiv nach Hilfe sucht, fällt oftmals schnell auf: Behandlungsmöglichkeiten für diese Symptomatik sind kaum bis überhaupt nicht verfügbar. Da evidenzbasierte Therapieprogramme in der Versorgung fehlen, wissen Gynäkolog*innen nach Abklärung medizinisch-behandelbarer Ursachen häufig nicht, wie es in der Therapie weitergehen kann. Die Folgen sind: Hoffnungslosigkeit auf Seiten der Patientinnen, niemals eine Besserung ihrer Symptome zu erfahren und Versuche der Selbstbehandlung ohne Unterstützung, die häufig in Frustration enden, weil kein Unterstützungsangebot vorhanden ist.

An dieser Stelle können Internet Interventionen einen niedrigschwelligen, anonymen, zeit- und ortsunabhängigen spezialisierten Zugang zu Therapie ermöglichen. Deshalb haben wir “Paivina-Care” - ein internetbasiertes begleitetes Behandlungsprogramm für die Genito-Pelvine Schmerz-Penetrationsstörung bei Frauen entwickelt, eine Diagnose, die durch Schwierigkeiten, Schmerzen, Verkrampfungen und/oder Ängste bei der vaginalen Penetration über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten charakterisiert ist. In diesem Artikel illustrieren wir detailliert den Behandlungsverlauf und das Potenzial der Intervention mit der Fallstudie einer Patientin, die das Programm erfolgreich durchlaufen hat. Die Ergebnisse zeigen, dass die Internet Intervention bei der vorgestellten Patientin sexualitätsbezogene Schmerzen, Ängste und negative Gedanken reduzieren und Geschlechtsverkehr ermöglichen konnte. Internetbasierte Behandlung zeigt somit Potenzial einen Beitrag zu leisten, die Versorgungslücke bei der Behandlung von Schmerz-Penetrationsstörungen zu schließen. In einem nächsten Schritt werten wir die randomisiert-kontrollierte Wartekontrollgruppenstudie mit 200 Frauen aus, um die Wirksamkeit des Programms nach Goldstandard zu untersuchen.

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Dr. Anna-Carlotta Zarski
Dr. Anna-Carlotta Zarski
Postdoktorale Mitarbeiterin